Schwarmverhalten Forellen

Warum Forellen bei der Fütterung so eng zusammenstehen

Bei der Fütterung tummeln sich Forellen gerne mal so eng wie Menschen auf einem Konzert oder bei der Dippemess. Es gibt eben „was Gutes“ – da lohnt es sich, gemeinsam zu sein! Doch was auf den ersten Blick nach Gedränge aussieht, hat mit der Lebensweise der Tiere und ihrem natürlichen Sozialverhalten zu tun.

Forellen nutzen den gesamten Wasserraum

Im Unterschied zu Landtieren bewegen sich Forellen nicht nur horizontal – wie etwa Kühe, die über eine Wiese laufen. Sie nutzen das gesamte Volumen eines Kubikmeters Wasser: zwischen Teichboden und Wasseroberfläche steht ihnen der komplette Raum zur Verfügung. Ihnen steht also deutlich mehr Platz zur Verfügung, als es auf den ersten Blick erscheinen mag – sie schwimmen schlicht überall.

Schwarmverhalten als Teil der Natur

Auch sonst zeigen Forellen eine weitreichende innerartliche Interaktion. Aufgrund ihres Schwarmverhaltens fühlen sie sich am wohlsten, wenn sie in größeren Gruppen gehalten werden. Genau hier kommt die Erfahrung des Fischwirts ins Spiel: Er findet für jedes Becken die passende Besatzdichte und weiß, dass zu wenige Fische unerwünschte Folgen haben können.

Sind zu wenige Tiere in einem Becken, kann sich das sogenannte Revierverhalten ausbilden. Einzelne Fische meinen dann, ihren Claim abstecken zu müssen, und behaupten „ihren Platz“ – was wiederum zu Stress führt. Mit der richtigen Besatzdichte wird genau das vermieden.

Warum verteilen sich Forellen nicht einfach?

Sieht man das Verhalten von Forellenschwärmen im Teich, könnte man sich fragen: Warum verteilen sich die Tiere nicht, wenn doch genug Platz vorhanden ist? Die Erklärung ist einfach: „In der Gruppe ist es sicherer.“ Den Tieren geht es gut, sie stehen selbstbestimmt in der Nähe ihrer Artgenossen – nicht aus Platzmangel, sondern aus natürlichem Sicherheitsbedürfnis.

Ein Vergleich, der zum Nachdenken anregt

Interessanterweise stellt man diese Frage bei Kühen eher selten. Diese haben meist eine große Wiese zur Verfügung und liegen dennoch wiederkäuend eng beieinander. Genau wie bei den Forellen ist das dichte Beisammensein also kein Zeichen von Enge oder Stress, sondern schlicht Ausdruck eines natürlichen, sozialen Verhaltens.

Fazit

Was auf den ersten Blick wie Gedränge wirkt, ist bei Forellen ein ganz natürliches Schwarmverhalten: In der Gruppe fühlen sich die Tiere sicherer und wohler. Die Aufgabe eines erfahrenen Fischwirts besteht darin, die richtige Besatzdichte je Becken zu finden – so wird sowohl unerwünschtem Revierverhalten vorgebeugt als auch das natürliche Bedürfnis der Tiere nach Gesellschaft respektiert.

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